Richtiges Lüften

Oliver
Richtiges Lüften spart Energie und verhindert Feuchtigkeitsschäden. Eine hygienisch einwandfreie Raumluftqualität ist unverzichtbar für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohner.

Was können wir tun?

Kurz und kräftig lüften (Stoßlüften), und das täglich 3 – 5 mal, konsequent und regelmäßig. Kippen des Fensters im Winter unbedingt vermeiden, da sonst Fensterlaibungen und Fenstersturz auskühlen. Es kann in weiterer Folge zur Kondensation der warmen Raumluft an den ausgekühlten Bauteilen und zur Bildung von Tauwasser kommen, was in Folge Schimmelpilz entstehen lassen kann.

Grundprinzipien:

Stosslüften (Händisches PRINZIP) je kälter die Außentemperatur, umso kürzer der Lüftungsvorgang (wegen der ver- stärkten Temperaturdifferenz!)

  • im Hochwinter etwa 4 – 7 min
  • in der Übergangszeit 8 – 15 min
  • im Sommer 20 – 30 min

(bei ganz geöffnetem Fenster) Bereits mäßiger Wind reduziert diese Zeiten auf ungefähr die Hälfte, beim Querlüften durch mehrere Zimmer reichen ca. 3 Minuten.

 

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Tipp zum Lüften:
Richtiges Lüften in der Heizperiode

  • Mehrmals täglich bei geschlossenem Heizkörperventil lüften.
  • Beschlagene Scheiben durch zu hohe Luftfeuchtigkeit sind ein Hinweis, dass gelüftet werden soll.
  • Große Wasserdampfmengen nach Duschen, Baden und Kochen gehören sofort nach Außen gelüftet.
  • Türen zu unbeheizten Räumen geschlossen halten! (Kein Mitheizen durch andere Räume)
  • Sie können bis zu 20% an Heizkosten durch richtiges Lüften sparen, indem Sie konsequent Stoßlüften.

Richtiges Lüften von Kellerräumen im Sommer Achten Sie in den heißen Sommermonaten besonders auf die Lüftungsweise ungedämmter Keller (Altbau). Lüften Sie nur, wenn es draußen kühler ist als im Keller – also in den frühen Morgenstunden. An ganz heißen Sommertagen, in denen die Luft auch nachts kaum abkühlt, bleibt der Keller am besten ganz zu.

 

Kontrollierte Wohnraumlüftung

Besonders beim Niedrigenergiehaus kann mit einer Lüftungsanlage der Energieverbrauch effizient gesenkt werden. Bei Passivhäusern geht es ohnehin nicht ohne Installation einer seriös geplanten Lüftungsanlage. Die verbrauchte Luft wird dabei über einen Wärmetauscher geleitet, die Wärme der Abluft wird an die frische Zuluft übertragen.
Übrigens: Eine Lüftungsanlage ist keine Klimaanlage. Während bei der Klimaanlage die Gebäudekühlung im Vordergrund steht, geht es bei der Lüftungsanlage um die Sicherstellung der hygienisch notwendigen Frischluftzufuhr.
Zentrale Lösung:zws-lueftung
Dezentrale Lösung:
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Vorteile bei Verwendung einer Lüftungsanlage:

  1. Es herrschen immer hygienische Luftverhältnisse im Haus. Sogar bei Windstille oder im Winter im Schlafzimmer, wo üblicherweise kaum ausreichend gelüftet werden kann, werden Schadstoffe, Feuchtigkeit und CO2 (Kohlendioxid) abtransportiert.
  2. Die Zuluft ist in allen Räumen sauberer. Gerade an stark befahrenen Straßen oder im Stadtbereich wird viel Straßenstaub vom Filter zurückgehalten. Für Allergiker kann die durch den Filter reduzierte Pollenbelastung hilfreich sein. Unter ungünstigen Bedingungen kann es bei Fensterlüftung sein, dass Luft aus Bad oder Küche durch das Haus gedrückt wird – dies wird mit Lüftungsanlagen vermieden.
  3. Weniger Lärmbelästigung von außen. Gerade an stark befahrenen Straßen wird die Lärmbelästigung stark reduziert, da trotz geschlossener Fenster gelüftet werden kann. Für eine erholsame Nachtruhe ist dies sehr vorteilhaft.
  4. Weniger Energieverbrauch. Über den Wärmetauscher kann die in der Abluft enthaltene Wärme an die Zuluft abgegeben werden. Dadurch wird weniger Energie zur Aufheizung der Frischluft benötigt.
  5. Komfortsteigerung: Im Sommer kann mit der Zuluft etwas gekühlt werden, keine Belästigung durch Insekten, Reduzierung von Geruchsbelästigung, keine Zugluft beim Lüften, keine Bauschäden durch falsches Lüften,…
  6. Die Fenster können natürlich trotzdem geöffnet werden. Die Fensterlüftung ist insbesondere außerhalb der Heizperiode empfehlenswert, da der Strom für den Ventilator eingespart werden kann. In der Heizperiode sollten die Fenster aber möglichst geschlossen bleiben.

Frau mit Schimmel und Händen an OhrenSchimmelbildung

Schimmel hat gewöhnlich nicht eine Ursache allein, meist kommen eine schlechte Wärmedämmung und falsche Lüftungs- und Heizgewohnheiten zusammen.

 

  • Schimmelsporen sind überall im Raum. Um jedoch austreiben zu können, benötigen Sie Feuchte und wenig bis gar keine Luftbewegung ( z.B. hinter Einbaukästen).
  • Je wärmer die Luft ist, umso mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Das bedeutet, dass sich die Luft an kalten Oberflächen (z.B. auf Außenwänden, in Ecken und an Fensterscheiben) abkühlt und sich dort der Wasserdampf in Form eines feinen Wasserfilms niederschlägt. (Vergleich: kalte Flasche aus Kühlschrank in Raum stellen – Flasche beschlägt).
  • Eine Ursache können mangelnde Wärmedämmung bzw. Wärmebrücken sein, die die Wärme wesentlicher schneller nach außen leiten.
Tipp zur Schimmelvermeidung:

  • Lüften reduziert die Luftfeuchtigkeit am wirkungsvollsten. An kritischen Stellen muss eine Luftzirkulation möglich sein. Möbel von der Außenwand etwas abrücken (ca. 3 – 5 cm ) und Lüftungsöffnungen in den Blenden vorsehen. Kritisch sind z.B. Einbauschränke an Außenwände gestellt.
  • Sofort nach dem Duschen oder Baden lüften, damit der Feuchtigkeit möglichst wenig Zeit bleibt, im Raum zu bleiben und in die Materialien einzudringen. Die Badezimmertür geschlossen halten, damit die Feuchtigkeit nicht in andere Räume wandern kann (vor allem nicht in wenig beheizte Räume).
  • Um die Entstehung von Schimmelpilzen dauerhaft zu verhindern, muss die Feuchtigkeitsursache (relativ niedere Oberflächentemperatur und (oder) hohe Luftfeuchtigkeit) vermieden werden.
  • allgemeiner TIPP: Messen Sie die Raumtemperatur und die Luftfeuchte mittels einem Thermo- bzw. Hygrometer. Durch dieses Messinstrument haben Sie stets eine Übersicht über Ihr Raumklima.
  • Im Winter soll die relative Luftfeuchtigkeit (bei 20°C Raumtemperatur) 65% nicht überschreiten.

 


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